Abwasser

Allgemeines – Geschichte
Aufgabe der Abwassertechnik ist, das im Bereich der menschlichen Wohn- und Arbeitsstätten anfallende Abwasser zu sammeln (Abwassersammlung), es aus diesem Bereich herauszuleiten (Abwasserableitung) und es so zu behandeln (Abwasserbehandlung), dass es schadlos in Gewässer eingeleitet werden kann (Abwasserbeseitigung).
Die Notwendigkeit der Abwassersammlung und Abwasserableitung war allen Kulturvölkern des Altertums bekannt. Die Städte der Römer und Griechen in Mitteleuropa verfügten bereits über Kanäle (z.B. Rom mit der cloaca maxima), die Abwasser und Abfall zum Teil mit Wasserspülung abschwemmten. Im Mittelalter ging dieses Wissen weitgehend verloren, die Städte versanken im Unrat. Die Cholera-, Ruhr- und Typhusepidemien sind damit zu erklären.
Erst Mitte des 19. Jahrhunderts setzten sich die Erkenntnisse der Hygiene durch und die Städte begannen, Kanalisationsanlagen zu errichten. Um 1900 wurden die noch heute angewandten Verfahren der biologischen Abwasserbehandlung entwickelt und bis heute immer mehr verbessert.
Auch heute ist die Abwasserentsorgung eine hoheitliche Aufgabe der Kommunen. Und das nicht ohne Grund. Gilt es doch die Gewässer als natürlichen Lebensraum und als Wasserressource wirksam zu schützen. Keine leichte Aufgabe in einem so hochentwickelten und dicht besiedelten Industrieland wie Deutschland.
Kennzahlen Abwasser - Netzstand per 2004
· ca. 819 km Kanalnetz der Nennweiten DN 150 bis DN 2200
· ca. 208 km Hausanschlußleitungen der Nennweiten
· DN 100 bis DN 150
· 53 Abwasserpumpwerke
· 31 Regenrückhaltebecken RRB
· 9 Regenüberlaufbecken RÜB
· 15 Stauraumkanäle
· 56 Regenüberläufe
Stand Anzahl der Kläranlagen 2004:
43 Kläranlagen mit insgesamt 250.000 EW
(Einwohnergleichwerte)