Abwasser

Kläranlagen
Abwasser - Trennverfahren und Mischverfahren
Wenn Schmutz- und Niederschlagswasser zusammen in einem Kanal abgeführt werden, spricht man von Mischverfahren.
Beim Trennverfahren werden Schmutz- und Niederschlagswasser getrennt voneinander in zwei verschiedenen Kanälen abgeleitet.
Auch die Ausdrücke Misch- und Trennsystem oder Misch- und Trennkanalisation sind gebräuchlich.
Die Trennung beginnt schon in den Grundstücken. Die Anschlusskanäle müssen an den jeweils richtigen Sammelkanal angeschlossen werden: Regenwasser in den Regenwasserkanal, Schmutzwasser in den Schmutzwasserkanal.
Faulbehälter - Funktionsweise
Im Klärwerk - Gera erfolgt die weitere Schlammbehandlung mittels mesophiler Schlammstabilisierung in einem geschlossenen Faulbehälter (Reaktorraum 5.000 m³) bei ca. 35 °C.
Dieses biologische Verfahren nutzt die Fähigkeit spezieller Bakterien, bei der alkalischen Gärung organische Stoffe zu mineralisieren. Das heißt, es werden Stoffe erzeugt, die sich auf natürlichem Wege nicht mehr zersetzen können.
Bei diesem bakteriellen Zersetzungsvorgang des Schlammes, der im schwach alkalischen Bereich (pH – Wert etwas über 7) stattfindet, entstehen Kohlensäure, Stickstoff und vor allem Methangas.
Diese biogene Reaktion läuft zeitlich umso schneller ab, wenn die auszufaulende Schlammmenge auf ca. 35 °C erwärmt wird.
Nutzen des Verfahrens:
· Geringere Schlammausfaulzeiten als bei herkömmlichen
  Verfahren, damit geringere Verweilzeit des Schlammes auf
  der Anlage
· Methangasgewinnung zur Energieerzeugung in der BHKW –
  Anlage (Strom und Wärme)
· Verringerung des Schlammvolumens durch Ausfaulung mit
  wesentlich verbesserten Entwässerungseigenschaften
· Fast vollständige Zersetzung auch gröberer organischer
  Schlammbestandteile
· Absterben der meisten Krankheitskeime und Wurmeier
  (Tuberkelbakterium resistent)
Blockheizkraftwerk (BHKW) – Energieversorgung
Gasbehälter:
Das gewonnene Methangas wird gereinigt und in einem Trockengasbehälter mit einem Nutzvolumen von 2.500 m³ zum Betrieb der zwei Blockheizkraftwerke im KW Gera gespeichert.
Elektroenergie:
In den Blockheizkraftwerken erfolgt die Elektroenergieerzeugung durch zwei Gas-Otto-Motoren mit je 190 kW elektrischer Leistung.
Der erzeugte Strom wird größtenteils zur Deckung des Eigenenergiebedarfes verwendet.
Ein gegebenenfalls notwendiger Stromfremdbezug erfolgt über das 10-kV-Netz der Stadtwerke Gera.
Wärmeenergie:
Im Sommerbetrieb wird die Abwärme der Blockheizkraftwerke zur Beheizung des Faulbehälters genutzt.
Zwei Heizkessel mit je 1.200 kW Wärmeleistung stehen zusätzlich für den Winterbetrieb zur Verfügung. Diese können in bivalenter Fahrweise mit Klärgas oder Erdgas versorgt werden.