Trinkwasserversorgung
Die öffentliche Versorgung mit Trinkwasser ist eine der größten Zivilisationsleistungen der Menschheitsgeschichte. Anfänge der häuslichen Wasserversorgung finden sich schon um 5 000 vor Christi Geburt im Nildelta. Im Euphrattal nutzte man Rohre zur Wasserversorgung über größere Distanzen. Hauptsächlich wurde Wasser zur Bewässerung der Felder benötigt. Der Palast von Knossos auf Kreta verfügte schon 2 200 vor Christi Geburt über Anlagen zur Wasserversorgung und Abwasserentsorgung. Der Wasserverbrauch wurde mit einfachen Wasserzählern gemessen.
In Deutschland gehen erste Funde einer öffentlichen Wasserversorgung auf die Römer zurück, die Wasser mit Aquädukten über große Distanzen transportierten. Die Römer hatten einen hohen Wasserverbrauch, nicht nur zur Trinkwasserversorgung, sondern auch für ihre Thermen.
Die erste zentrale Wasserversorgung in Deutschland entstand 1848 in Hamburg. Das rasante Wachstum der Städte während der industriellen Revolution im 19. Jahrhunderts führte zur schnellen Entwicklung einer zentralen Wasserversorgung. Berlin wurde zwischen 1853 und 1856 mit Trinkwasser erschlossen. Der Bau der Kanalisation erfolgte 1873.
In Gera fließt Wasser seit 1685, aber erst 205 Jahre später, also seit 1890, spricht man von einer organisierten Wasserversorgung in der Stadt Gera. Von diesem Zeitpunkt an gab es eine wasserwerkbetriebene, geregelte öffentliche Wasserversorgung.
Im Verbandsgebiet des
ZVME werden etwa 90 Prozent des täglich benötigten Wassers von der Thüringer Fernwasserversorgung über das Wasserwerk Dörtendorf geliefert. Die restlichen 10 Prozent werden größtenteils aus Tiefbrunnen gefördert. Das geförderte Rohwasser wird in vier mit moderner Technik ausgerüsteten Wasserwerken aufbereitet.